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Läck de Söck därr, Toni!

Von Zeit zu Zeit wechselt man den Zahnarzt. Insgeheim hofft man, dass es dort dann nicht mehr so weh tut. Von wegen! Das es weh tut, liegt in erster Linie sicher nicht am Zahnarzt, sondern an den eigenen schlechten Zähnen.

Genauso wechselt man aber auch regelmäßig den Bäcker, den Metzger, den Supermarkt oder auch das Restaurant. Warum? Weil man immer hofft. Oder weil ein Bekannter einen beeinflusst. Wechsel tut Not. Wechsel ist gut – vor allem, wenn man Zahnschmerzen hat.

Anders verhält es sich beim Friseur.

Minnen Kapper hätt än neij Greij, dat de Höör wärr gauwer wasse än heij döcker die Cänte instricke kann.

Übersetzung: (Meinen Kofföör hat neues Zeug, das die Haare wieder schneller ant wachsen dran gehen und er öfters die Zenten einstreichen können tut.)

Der Friseur schlechthin hat einen sicheren Job. Keine Rezession in Sicht, denn – Haare wachsen immer. Fast.

Was soll ich sagen, Toni?

In meiner Erinnerung hatte ich anfangs immer eine Heidenangst vor dem Haarkünstler, bis ich bemerkt habe, das er mir in der Regel nichts abschnitt, was mir in irgendeiner Form Schmerzen zugefügt hätte.

Als ich noch Kind war, setzte er mich auf den obligatorischen Stuhl, pumpte auf dem Fußpedal bis ich die richtige Höhe erreicht hatte (ähnlich einem Schiedsrichter beim Tennis) und stellte die damals unvermeidliche Frage: “Fassong?”

Natürlich wagte ich nie, ihm zu widersprechen, denn ich hatte keine Ahnung, was er damit meinte. Da er jeden seiner Kunden so routiniert befragte, hatte ich immer die Hoffnung, das das wohl der richtige Schnitt für mich war, solange er mir nicht den sprichwörtlichen Topf auf den Kopf setzte und rund herum schnitt.

Routiniert klapperte er sich mit seiner Schere vor jedem Schneiden regelrecht warm. Das sollte mir zeigen: hier arbeitet der Profi. Ich glaubte ihm. Immer. Vor allem, wenn er genüsslich sein Rasiermesser über diesen breiten Ledergurt (ist das so?) zog und ich mich dabei fragte, ob das Messer dadurch wirklich schärfer würde. Das nachfolgende Abkratzen der letzten Härchen im Nacken läßt mich heute noch schaudern. Brrrrr.

In der Regel war ich immer zufrieden. Man war nicht so verwöhnt. Das Wedeln mit dem obligatorischen Pinsel, um die letzten mikroskopisch kleinen Schnittreste vom Hemdkragen zu entfernen war zwar jedes Mal sehr angenehm, aber vollkommen zwecklos, denn das Kratzen und Jucken fing erst an, nachdem er vermeintlich alles beseitigt hatte. Zu guter Letzt griff er immer nach seinem silbernen Flakon mit dem daran befestigten roten Schlauch, der in einer Pumpkugel endete. Den Inhalt sprühte er mit freudiger Erregung rund um meinen frisch gestylten Kopf. Nun, das Zeugs roch gut, also war es in Ordnung. Danach noch den Spiegel von hinten. Prima. Man konnte wieder unter die Leute.

In den Sechzigern und Siebzigern hatte man dann alle Mühe, Herr über seinen Wildwuchs zu werden. Die Haare waren schulterlang und bedurften weniger der Schere des Friseurs, als stundenlanger Pflege mit Shampoo, Fön und Bürste.

So begab es sich seinerzeit, dass bei der Bundeswehr die Haarlänge exakt vorgeschrieben wurde, da sonst der Stahlhelm klemmte oder wie ein umgedrehter Topf aussah.

Ich erinnere mich noch wie heute, dass ich eines Tages frisch vom Friseur kam und er mich beglückte mit dem aktuellsten Duft, den er über viele Ecken bezogen hatte. Es duftete unglaublich und ich war voll begeistert, bis ich auf dem Heimweg feststellen musste, dass ich von Bienen umzingelt war, die wohl ähnlich dachten. Die restliche Strecke nach Hause habe ich um mich schlagend gerade noch ohne gröbere Stichverletzungen überlebt.

Dann, Toni – erinnerst Du Dich noch?

Vokuhila! Vorne kurz, hinten lang. Du liebes Liesschen! Wer hatte sich das denn einfallen lassen? Wahrscheinlich der, der heute noch im Trainingsanzug aus Ballonseide am Sonntag spazieren geht. Das ist ja auch der Grund, warum die Olympischen Sommerspiele nie an das Ruhrgebiet vergeben werden. Man kann die Athleten nicht von den Einwohnern unterscheiden. (Hihi)

Natürlich kann man am Waschen, Schneiden, Fönen, Legen auch heute nicht viel ändern, obwohl die Frisuren natur- und zeitgemäß sich immer differierend darstellen werden. Die Mittel zum Waschen, Konditionieren, Verwöhnen und was sonst noch werden immer zahlreicher, die Scheren immer schärfer und zweckmässiger, die Farben immer greller und ausgefallener und die Technik immer futuristischer. Unter dem Strich bleibt es aber der Frisör, der sich (warum weiß ich nicht so genau) manchmal auch Coiffeur nennt.

Apropos: Friseur

Während des Haareschneidens fragt der Friseur seinen Kunden: “Möchten Sie das Nackenhaar behalten?” – “Unbedingt”, so die Antwort des Kunden. “Gut, dann packe ich es Ihnen ein!”

Also, Toni – laß Dir keine grauen Haare wachsen.

Vor allem nicht, wenn Du mal das Besondere im Internet brauchst.

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Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.