Läck de Söck därr, Toni!
Gestern war ich mit Püppi mal wieder in Kleve einkaufen und gerade damit beschäftigt, das Auto mit diversen Waren vollzuladen, als ein älteres Ehepaar an uns vorbeilief und der Mann geradezu unnachahmlich meinte:
“Ek gelööf, et fengt an te dröppele.”
(Übersetzung: “Ich glaube, es fängt wohl an zu tröpfeln.”)
Typisch Niederrhein.
Nicht nur, daß es eigentlich immer irgendwo regnet bei uns – nein auch die Tatsache, daß man glaubt, es fängt jeden Moment an, obwohl noch nichts passiert ist.
Jetzt kommt aber der eigentliche Knaller, denn die Frau antwortete ebenso derb, wie gleichgültig ( was sonst ) :
“Bloote Kont!”
(Übersetzung: “Was soll’s, dann regnet es eben!”)
Was soll ich sagen, Toni?
Wir dürfen nicht nöölen – wir sind an Regen gewohnt – selbst wenn man sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren kann, daß einem bereits Schwimmhäute zwischen den Zehen wachsen.
Apropos: “Regen” :
Ein afrikanischer Medizinmann kommt auf Studienbesuch an den Niederrhein, um zu lernen, wie man Regen macht. Unter anderem besuchte er auch ein Fußballspiel. Wieder zu Hause angekommen, erklärte er dem Stamm voller Begeisterung: “Die Sache ist ganz einfach. Man füllt ein Stadion mit Menschen, läßt zwei verschieden gekleidete Gruppen von je elf Männern in kurzen Hosen den Rasen betreten. Dann kommt der schwarzgekleidete Medizinmann, legt einen Ball aus Leder in die Mitte, bläst in eine kleine Trillerpfeife und…schon fängt es an zu regnen.”
Tja, Toni – die Sache hat nun auch Vorteile, denn das Meiste fällt ja daneben.
Und man weiß seit Urzeiten, daß Kinder besonders im Mairegen zu wachsen anfangen oder?
Nun, nach einigen Stunden mußte ich dem Mann beipflichten, denn es schüttete wie aus Kübeln. Dann braucht der Mensch mit lichtem Haar eine geeignete Kopfbedeckung.
Warum?
“Want geij Krölle hätt, off ennen Bibi, dann sall ow dat schitt egool sin. Ewell met ennen Klättskopp of en Pläät da knallt dat geweldig op owen Hernekast.”
(Übersetzung: “Wenns Du gekräuselte Kopfbehaarung hast oder gar ein niedliches Hütchen, dann soll Dich dat ganz egal sein. Aber mit einem Klatschkopf oder einer Platte da knallt Dich dat gewaltig auf Deinen Denkapparat.” )
Der Dauerregen hat für Püppi eigentlich den größten Nachteil in der Tatsache, daß der gerade frisch geputzte Fußboden nach einem Außenaufenthalt wieder dreckig wird.

Kanalidylle (© J.Reintjes)
Jetzt ist es nicht so, daß Püppi einen Putzfimmel hätte. Nein.
Aber den Dreck einfach trocknen lassen und ihn dann nach draußen pusten, das ist nun wirklich nicht ihr Ding.
Also auf ein Neues. Ich bedauere Sie dann auch anständig.
Warum, Toni? – Ich bin Ehemann – das ist mein Job. (hihi)
Wenn ich in diesem Zusammenhang dann mal in den Abstellraum schaue und mir die Batterie an Putz- und Reinigungsmitteln anschaue, dann fehlen mir schlicht die Worte, was es da so alles gibt.
Für jeden Bodenbelag, ob Teppich, Fliesen, Stein, Holz, Kork und was sich sonst noch im Angebot der Fußbodenbelagverkäufer tummelt – es gibt immer einen Spezialreiniger.
Mit Essig, Zitrone, Öl, Balsamico ( oh – ich weiche ab ), mit Power, Strahlkraft, Energie, Nächstenliebe ( oh – ich weiche schon wieder ab ) und und.
Bisher dachte ich, diese Vielfalt gäbe es nur in Püppi’s Kosmetikschrank. Weit gefehlt.
Und dann dieses Arsenal an Geräten, um die verschiedenen Zutaten auf die entsprechenden Oberflächen zu verteilen.
Boah, Toni – da kannst Du schon mal ziemlich durcheinander kommen. Ich hätte meine Probleme mit diesen verschiedenen Besen, Schrubbern, Bodenabziehern, Heizkörperreinigungsbürsten, Spinnfegern, Wischtüchern, Schwämmen und so weiter.
Für meinen Teil bin ich schon glücklich, einigermaßen mit einem Brillenputztuch umgehen zu können.
Da zieht man mal wieder den Hut vor seiner eigenen Frau und schlägt vor Begeisterung mit der Stirn auf der Straße auf.
Nun, Toni – aber ein noch so umfangreiches und für alle Einzelfälle vorbereitetes Sortiment an diesen ganzen Utensilien nützt wenig, wenn der Entsetzensschrei ertönt:
“Ich brauch endlich mal einen vernünftigen Reiniger für Edelstahloberflächen!”
(Übersetzung: “Ek brück neij Greij!”)
Dann muß man die Zeichen der Zeit als Ehemann erkennen. Dann ist Eigeninitiative gefragt. Dann erwartet die Frau Hilfe vom starken Geschlecht. Dann kann ein Kerl zeigen, was in ihm steckt. Dann wird man dem Weibe beweisen, warum sie dem Manne untertan ist. Dann ist der große Augenblick gekommen, auf den man lange warten mußte und man antwortet ganz entspannt und voller Ruhe:
“Lott min in Röst met denn Quats.” ( Übersetzung: “Laß mich in Ruhe mit der Quatsch.”)
Neeee, Toni – nur ein Witz.
Natürlich erforscht man in Windeseile alle Ressourcen, um sich dieses Problems ein für allemal zu entledigen.
Was soll ich sagen, Toni – mittlerweile gehöre ich nun auch zu der Gemeinschaft der Menschen, die sich mit solchen Sachen nicht mehr rumschlagen müssen.
Wofür gibt es denn das Internet?
Ein Paradies für Reinigung und Sauberkeit mit allen notwendigen Mittelchen und Systemen, die man sich nur vorstellen kann, wenn man weiß, wo man suchen muß. (hihi)
Meine Überzeugung ist, daß es in diesem Bereich absolut nix gibt, was man nicht über die Suchmaschinen finden kann.
Daher Toni – wenn Du nicht mehr weiter weißt und Du die Flecken nicht vom Boden bekommst ( wenn er wandert, ist es ein Sonnenstrahl ), dann wende Dich vertrauensvoll an Google – da wird Dich geholfen.
Um selbst mit seinem Geschäft dort gefunden zu werden, benötigt man mittlerweile einen Spezialisten – einen sogenannten Suchmaschinenoptimierer. Und die, die ihr Handwerk in diesem Bereich wirklich verstehen, findest Du hier:
Hier noch einer zum Thema Reinigung:
Ein Mann kommt sternhagelvoll morgens um vier Uhr nach Hause. Im Flur wird er bereits von seiner mit einem Besen bewaffneten, sehr wütenden Frau abgefangen.
Verdutzt fragt er sie: “Putzt du oder fliegst du noch weg?”
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.