Läck de Söck därr, Toni!
Die Niederrheinische Mundart – und hier natürlich speziell das Klever Platt, verlieren immer mehr an Bedeutung.
Das ist bedauerlich, hat seine Gründe aber wahrscheinlich auch in der Tatsache, daß Eltern mit Ihren Kindern nur noch Hochdeutsch sprechen.
Klar – der Druck in der Schule ist heute vermutlich etwas anders, als noch vor etlichen Jahrzehnten, aber warum soll man diese niedliche und spaßige Sprache nicht weiter pflegen?
Schließlich lernen die Kinder heute ja auch Englisch, Französisch, Latein und was weiß ich noch. Kann ich alles auch – allerdings nur “Essen”. ( harhar )
Warum nicht auch mal wieder Platt?
Und diese tollen Wortspiele, mit denen man die Lacher immer auf seiner Seite hat, wie dieses hier zum Beispiel:
“Ek häb enne neije Möss, die kann platt spreeke. Wan ek die frog, watt schmockt geij dann? dann sätt die “Piep”.
( Übersetzung: ” Ich habe einen neuen Vogel, welcher Mundart reden kann. Wenn ich diesen frage, was er denn wohl rauche, so antwortet er “Piep”, was soviel heißt, wie Pfeife.” )
Was soll ich sagen, Toni? – Die Mitbürger, die das Klever Platt noch mit in die Wiege gelegt bekamen, werden immer seltener.
Daher ist es bemerkenswert, daß sich zu Karneval immer noch Menschen treffen, die in zahlreichen Sitzungen Ihre Büttenreden und Späße in Platt darbieten und die Zuhörer damit begeistern können, selbst wenn Einige darunter kein Wort verstehen.
In diesem Zusammenhang habe ich selbst leidvolle Erfahrungen gemacht, als ich mal das “Vergnügen” hatte, einen Geschäftsfreund aus Hannover in eine Sitzung der Schwanenfunker zu begleiten.
“Was hat er gesagt?” war wohl der Satz, der mir noch wochenlang in den Ohren hing, denn jedesmal, wenn die Leute lachten, wollte er natürlich wissen, worüber.
Auch die Tatsache, daß “mir” und “mich” im Mundart-Satzbau nicht so wichtig sind, führt regelmäßig zu Schmunzlern. Sei’s drum – die Hauptsache, man verwechselt nicht “mein” und “dein” pflegte dann bereits meine Oma zu sagen.
Beispiel gefällig:
Eine Familie in Düffelward sitzt beim Abendessen.
Der Sohn: “Mutt, gib mich ma der Kumm mit Schlaat!”
Die Mutter: “Kind, so heißt dat nich. Sach dat ma richtig.”
Der Sohn: “Mutt, gib mich ma bitte der Kumm mit Schlaat!”
Du siehst, Toni – Erziehung ist Alles.
Nun, gottlob gibt es doch noch etliche Leute hier in Kleve, die jede Gelegenheit nutzen, sich in platt zu unterhalten. Nicht nur, weil sie es von klein auf können, sondern weil es irgendwie auch eine “gemütliche” Sprache ist, die die Menschen der Region noch miteinander verbindet.

Burgsicht (© J.Reintjes)
Interessant war es auch beim Fußball.
Als es noch Sportclub und VfB gab, besuchte ich des Öfteren das Stadtderby. Nicht nur, um Bekannte zu sehen ging man dort hin oder ein unterhaltsames Spiel, sondern in erster Linie, um den Zuschauern zu lauschen, die in herrlich breitem Klever Platt jeden Spielzug kommentierten, daß sich die Balken bogen.
Ich werde es nie vergessen:
Einmal war gerade Halbzeit und man ließ seinen Unmut über den Schiedsrichter freien Lauf, als der Stadionlautsprecher verkündete:
“Meine Damen und Herren, Sie sehen jetzt eine Vorführung des Schäferhunde – Clubs und erleben, wie ein Hund einen Verbrecher verfolgt und stellt!”
Der Ruf eines Besuchers: “Dann scheck dä Schiedsrichter mar op de Plätz!”
( Übersetzung: “Dann senden Sie den Schiedsrichter mal auf den Platz!” )
Allein die Schwätzchen, die Geschichten und die herrlichen Sprüche im unverwechselbaren Platt lassen einem manchmal vor Lachen die Tränen in die Augen schießen.
Zu guter Letzt meine Firmenempfehlung:
Was soll ich sagen, Toni – wenn Du mal einen Maler brauchst, der nicht nur mit fachlicher Kompetenz aufwarten kann, sondern immer auch einen lustigen, lockeren Spruch auf den Lippen hat, dann kommst Du an Manfred Liffers nicht vorbei. Ein traditionsreicher Malerbetrieb, der bereits über 50 Jahre vor Ort ist und in Sachen Tapezieren, Farbgestaltung, Farberhaltung, Lacke und vieles mehr fachlich qualifiziert aufgestellt ist.
Hier kannst Du Dir schon mal ein Bild machen, was er mit seinem Unternehmen so alles zu bieten hat:
Zu guter Letzt noch die bekannte Anekdote von Willi Lippens, der ja auch mal in Kleve Fußball spielte, als während einer Partie der Schiedsrichter die gelbe Karte zog und meinte:
“Herr Lippens, ich verwarne Ihnen!” worauf Willi antwortete:
“Herr Schiedsrichter, ich danke Sie!”
Du siehst, Toni – Klever Platt ist einfach niedlich schräg und ich hoffe, es wird irgendwann mal wieder “In” sein. Würde mich sehr freuen.
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.