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Einkaufen in Kleve – Gesundheit – Zahnarzt

Läck de Söck därr, Toni!

Wie verquer und seltsam mitunter  der Klever Bürger sich artikuliert, erfährt man eigentlich erst, wenn ein Mensch, der in anderen Breitengraden zu Hause ist, sich den Ansagen und Redewendungen stellen muß.

Wir hatten seinerzeit nette Gäste aus den neuen Bundesländern (früher bekannt unter Ostzone) bei uns und zwar aus Erfurt.

Als sie bei uns eintrafen, war ich gerade mit meinem Fahrrad beschäftigt. Nach der Begrüssung und der Nachfrage, was ich da gerade mache, antwortete ich, wie in Kleve üblich:

“Dat Fahrrad geht nich.”

Was soll ich sagen, Toni? Großes Gelächter mit der Entgegnung:

“Natürlich geht es nicht, aber was ist denn damit los?” -

“Lampe geht nich mehr, Kette geht nich und Räder auch nich mehr so richtig.”

Fassungsloser Gesichtsausdruck, ratloses Augenrollen und dann ein verständiges Nicken.

Leute! Ich brauche euer Mitleid nicht!

Schlimm genug, dat dat Fahrrad nich geht!

Später beim Kaffeetrinken entglitt Püppi dann, trotz größter Vorsicht, der am Niederrhein bekannte Satz:

“Da ging mir glatt der Hut fliegen.”

Tja, Toni. Woher sollten die Ossis wissen, das uns ab und zu tatsächlich mal der Hut fliegen gehen tut?

Als Gastgeschenk hatte man uns eine typische Erfurter Spezialität mitgebracht: einen Regenschirm mit der Stadtansicht. Toll. Da soll einem vor Begeisterung der Hut festsitzen bleiben.

Während unseres Gespräches verkündete unser Gast dann ziemlich hochmütig, daß eine statistische Umfrage ergeben hat, daß die Erfurter Männer den längsten Sex hätten, nämlich im Schnitt 13 Minuten!

Wow, Püppi – ich denke, beim nächsten Mal nehm ich auch mal die Stoppuhr dazu oder wie kommen die auf sowas?

Als ich ihm dann entgegnete, daß laut einer anderen Umfrage die meisten Witwen in Schweinfurt leben, war das Thema schnell abgehakt. (hihi)

Am nächsten Tag bat man uns, ob wir ihnen mal Kleve und Umgebung zeigen könnten.

Aber klar, das haben wir sehr gerne gemacht.

Was soll ich sagen, Toni?

Mit der Zeit vergisst man tatsächlich, wie schön es eigentlich bei uns ist.

Schwanenburg, Stiftskirche, Moritzpark, Forstgarten, Schloss Moyland und natürlich die Innenstadt mit den bunten Geschäften. Die Leute aus Thüringen waren voll begeistert. Das hatten sie nun wirklich nicht erwartet. Da waren wir schon ein wenig stolz auf unsere Heimatstadt.

Natur-Lich (© J.Reintjes)

Selbstverständlich wollte die “Thüringer Bratwurst” auch eine Klever Spezialität kosten.

Tja, Toni – was sollte ich ihm jetzt anbieten? Ich hatte keine Ahnung, womit ich da auffahren konnte. Ist vielleicht mal eine Anregung für diverse Klever Geschäftsleute, hier innovativ tätig zu werden. Nicht mal ein gebackenes Spuckmänneken konnte ich hervorzaubern. (ärger)

Bis plötzlich Püppi DIE Idee hatte.

Boah, Toni, kennst Du Els? – Nein, nicht den langen südafrikanischen Golfer.

Els! Das war die Rettung. Ab in den nächsten Getränkeladen und eine Flasche Els besorgt.

Für die, die Els nicht kennen:

Es handelt sich um einen Magenbitter, wobei in jeder Flasche ein kleiner Zweig vom Elsstrauch? hinzugefügt ist. Ich kann nicht sagen, ob das jetzt eine niederrheinische Spezialität ist, war aber überzeugt, daß der Ossi davon noch nie gehört hatte.

Er kippte ein Schnapsgläschen erwartungsvoll hinunter und wollte mir gerade mitteilen, wie es ihm gemundet hat, als die typische Reaktion eintrat, wenn man das erste Mal einen Els probiert:

Zunächst wird man sprachlos und versucht verzweifelt in sich zu gehen.

Nachdem man da nichts mehr gefunden hat, entgleisen sämtliche Gesichtszüge. Es kann auch passieren, daß der Kopf rot anläuft und man sich wie ein Mixer schütteln muß.

Nachdem man das aber dann alles verkraftet hat, kommt gute Laune auf, denn man ist ab diesem Zeitpunkt der festen Überzeugung, eine der größten Mutproben seines Lebens gemeistert zu haben.

Und dann fiel der Satz eines typischen Thüringers:

“Boah, da geht einem glatt der Hut fliegen.”

Siehste Toni, das ist Einbürgerung in Lichtgeschwindigkeit.

Leider verging unserem lieben Gast am späten Nachmittag das Lachen, denn er wurde urplötzlich von fiesen Zahnschmerzen geplagt. Der Gang zum Dentisten war unumgänglich.

Ich rieb mir insgeheim schadenfroh die Hände und ging im Geiste bereits meine Liste der mir bekannten Quäler auf diesem Gebiet durch, als Püppi in der ihr eigenen Art meine Gedanken las.

Verdammt – warum kennt sie mich so gut? Manchmal ärgert mich das – andererseits bewahrt sie mich aber auch vor größeren Dummheiten. Danke Püppi!

So stimmte sie mich also gnädig und ich schickte meinen Ossi-Freund vernünftigerweise zum Zahnarzt, bzw. zu “unserer” Zahnärztin.

Obwohl man das kaum glauben mag, verfügt sie über eine Praxis, in der man sich als Patient wohlfühlt. Keine Angst, keine Hektik, kein langes Warten, aber Top Beratung und Versorgung. Das ist selbst etwas für einen Mitbürger der ostdeutschen Länder.

Also, Toni – wenn Du bei Deinem nächsten Zahnarztbesuch einmal etwas entspannter an die Sache ran gehen möchtest, dann solltest Du auf alle Fälle hierhin gehen:

Zahnärztin Dr.med.dent. Tanja Rouenhoff Kleve

Apropos: “Zahnarzt”:

Der Zahnarzt zum Patienten: “Mein Herr, Sie brauchen den Mund nicht so weit aufmachen” – “Wollen Sie denn nicht bohren?” fragt der Patient
“Doch, doch, schon, … aber… ich bleibe dabei draußen”

Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.