Läck de Söck därr, Toni!
Brrrr, ist das kalt geworden. Das sind wir hier in Kleve und am Niederrhein überhaupt nicht mehr gewöhnt. Dicke Sachen anziehen, kalte Füße, Haufen von Schnee, Frieren, Glätte – aber wunderschönes Wetter mit viel Sonne, Helligkeit, Glitzern und fantastische Winterlandschaften.
Nachdem man uns weiss gemacht hat, das die Erderwärmung jedes Jahr mehr Hitze bringt, werden wir von der Natur mal wieder herbe überrascht.
Doar brückt man vöör die isskalde Pööt än denn rooije Kopp än läcker wärm Plätzke, öm werr opp te dööije.
Übersetzung: (Da benötigt man für die eiskalten Pfötchen un die rote Runkel ein lecker warm Plätzken, um wieder ant auftauen zu gehen.)
Beim Einkaufen in Kleve muss man jetzt besonders vorsichtig durch die Strassen laufen, denn in den Einkaufsstrassen gibt es bei uns ja reichlich Gefälle. Wenn man da unvorsichtig wird, kann man schnell ausrutschen und sich das Steißbein verletzen.
Um hier vorzubeugen, schieben sich besonders umsichtige Zeitgenossen prophylaktisch ein Kissen in die Hose oder in den Rock. So zu sagen als Airbag.
Also Toni – wenn Dir ein Mensch mit besonders gewaltigem Hinterteil begegnet, dann hat dieser sicherlich vorgesorgt. Wenn Du es genau wissen möchtest, frage einfach nach. Sobald man Dir einen um die Löffel schlägt, war es kein Kissen, sondern eine Spiellaune der Natur. (hihi)
Tja, da fragt man sich doch, was ist, wenn ein Schornsteinfeger in den Schnee fällt?
Winter, Toni! Winter!
Schön anzusehen und zu erleben ist auch die Tatsache, dass die Bekämpfung der leise rieselnden Schneeflocken mit Salz momentan nur bedingt als tauglich einzustufen ist. Da die Tauwirkung nur bis Minus acht Grad funktioniert, können wir uns daher weiter an der weissen Pracht erfreuen.
Herrlich anzusehen auch die unbelehrbaren Autofahrer (nicht nur niederländische!), die immer noch unbeirrt mit Ihren Sommerreifen unterwegs sind. Läßt sich fantastisch beobachten vor Ampelanlagen. Die Autos, die dann ein wenig rutschen und erst – wenn es denn glimpflich verläuft – kurz vor der Stoßstange des vor ihnen Fahrenden zum Stehen kommen, sind garantiert noch nicht für die kalte Jahreszeit gerüstet. Von wegen, man braucht das nicht am Niederrhein. Falsch gedacht!
Was soll ich sagen, Toni?

Wann hat man das letzte Mal Väter gesehen, die ihre Kinder auf dem Schlitten hinter sich her ziehen? Ist doch schon etwas länger her. Hoffentlich hält sich auch die altertümliche Ansicht, dass nach einem strengen Winter ein wunderbarer Sommer folgt. Wer hätte schon was dagegen? Wir nicht oder?
Trotz der wunderschönen Aussicht beim Blick aus dem Fenster denkt man auch schon wieder an den mittlerweile strapazierten Garten. Der feste und schwere Schnee hat den Bambus tatsächlich in die Knie gezwungen und er hängt traurig in Bodennähe. Fast hat es den Anschein, dass er nicht mehr mit seinen Wurzeln Nahrung aufnimmt, sondern über die Spitzen etwas Verwertbares zu finden gedenkt. Seltsamer Anblick.
Bei Bambus denke ich automatisch an Afrika, Sonne, Hitze – untypisch momentan.
Da kommt man nicht nur in Urlaubsstimmung, sondern assoziiert auch Masken im Afrikastil, denn es beginnt ja bald die heisse Phase des Karnevals.
Überrasche Deine Mitmenschen doch einmal mit einer handgeschnitzten Holzmaske aus Afrika. Da hast Du etwas Handfestes und nicht diese Masken aus Pappmachee, bei denen einem der Schweiß die Beine runter läuft. Nebenbei bemerkt, kann man ja auch auf Möhneball als Afrikaner/in auftauchen. Wär doch was ganz Neues.
Doch der Winter ist auch die Jahreszeit der tropfenden Nasen und niesenden Menschen. Da hilft nur noch der Gang zu einer Apotheke. In Bedburg-Hau führt mich mein Weg in solch einem Fall immer hierhin:
Hier noch einer zum Thema “Winter”:
Sebastian schwelgt in seinen Erinnerungen: “Als Kind habe ich es geliebt, an kalten Winterabenden in der guten Stube vor knisterndem Feuer zu sitzen. Leider gefiel es meinem Vater nicht und er hat es dann verboten.” – “Warum das denn?” – “Nun ja – wir hatten keinen Kamin.”
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.