Läck de Söck därr, Toni!
Beim Einkaufen in Kleve stößt man zwangsläufig auf unsere lieben Nachbarn aus Holland, die wir immer gerne mit offenen Armen empfangen, selbst wenn sie mal die Große Straße am Samstag gegen 12 Uhr mittags von oben nach unten durchfahren und immer freundlich winken.
In den Geschäften selbst hört man dann immer wieder irgendwen rufen:
“Kijk es Schchat, es dat niet helemaal leuck?”
(Übersetzung: “Kuck ma Schatz, iss dat nich unheimlich niedlich?”)
Dabei überkommt mich jedesmal das Gefühl, auch zu den unromantischen Menschen auf dieser Welt zu gehören, denn ich denke, mehr als jeder zweite verheiratete Mann (was wohl übrigens auch auf die Frauen zutrifft), redet seine/n Angetraute/n mit “Schatz” an.
Tja, Toni – nicht originell, aber wohl üblich und eingefahren.
Dabei kann ich mich gut noch daran erinnern, welche außergewöhnlichen, aber unglaublich süßen und wuscheligen Kosenamen meine Mutter immer für mich hatte, als ich noch fast ein Baby war (lang lang ist’s her, diridum).
Die hast Du bestimmt noch nicht gehört, Toni. Aber was hältst Du von:
“Öckepöck, Honneponn oder Uschemusch?”
Ist das nicht überaus einfallsreich und gediegen? Danke Mutti!
Tja Toni, was soll ich sagen:
Am Anfang, wenn man seine Liebste oder seinen Liebsten kennenlernt, sind die Tiere noch zierlich und beschützenswert.
Mein Mäuschen, mein Nachtfalter, Zuckerschneckchen, Schnuckikätzchen und so weiter.
Ich frage mich gerade, wie die alle auf Klever Platt heißen? Kann mir da jemand helfen?
Nun – im Laufe der Zeit werden die Tiere bekanntermaßen immer größer, was dann damit endet, daß der Mann zu seiner Frau sagt:
“Laß’ uns gehen, meine Gazelle oder wie heißt das Tier mit dem Rüssel?”
Mit den Kosenamen ist das so eine Sache. Wenn sie in Gesellschaft im falschen Moment angebracht werden, können sie den Stolz eines Mannes schnell zu Fall bringen, Toni oder was würdest Du sagen, wenn Du den Anwesenden gerade etwas über die Entwicklung des Krepp-Papiers in der albanischen Außenhandelspolitik erläuterst und Deine Frau aus dem Hintergrund ruft:
” Purzel, bringste mich ma enn Wasser!”
Im Klever Platt, wie bereits gesagt, fallen mir eigentlich überhaupt keine sinnvollen Kosenamen ein, aber ich habe mir fest vorgenommen, meine Püppi nicht immer nur “Schatz” zu nennen, was sie zweifelsohne ist, sondern – Toni horche auf! Vielleicht mal:
“Goldkörnchen, Bellalein, Bussigoldi, Duftsternchen, Erdbeerengel oder GlubschiPupschi”
Da würden selbst unsere fantasiereichen holländischen Freunde mal ins Grübeln kommen.
Mein alter Kumpel Rolf würde vermutlich nur den einen Kommentar abgeben:
“Hört min toch opp met sönne quatz. Min Frau es min Alt, ferch.”
(Übersetzung: ” Hör mich doch auf mit so nem Quatsch. Meine Frau ist mein Alt ( also nicht Pils ), fertich.”)

Koekkoek (© J.Reintjes)
Tja Toni, Rolf beherrscht noch die alte Ansprache in Klever Platt.
Wenn wir uns gelegentlich treffen, ist das daher immer eine verrecks lustige Angelegenheit.
Als erstes ist seine Frage grundsätzlich:
” Säch, heij noch en Teut vör min?”
(Übersetzung: “Säge, hast Du noch eine Tüte für mich?”)
Damit meint er selbstverständlich eine Flasche Bier, die ich ihm dann auch gerne liefere, denn Rolf läuft dann zuverlässig zur Hochform auf.
Er bläst übrigens absolut excellent auf der Trompete und hat unsere Studioaufnahmen (Du weißt, Toni – Wette Pööt!) immer virtuos begleitet.
Ebenfalls möchte ich nicht unerwähnt lassen, daß wir beide echte Fans von Bayern München sind und damit unseren gemeinsamen Kumpel Willi, der Gladbach-Fan ist, immer bedauern müssen. Nichts für Ungut, Willi. (HmmhBzzzrrrr)
Dafür hier ein Bayernwitz:
“Herr Podolski, es gibt Gerüchte, Sie gehen demnächst zu Real.” -
“Keine Sorge, isch gehe auch weiterhin zu Aldi.”
Letztens saßen wir wieder gemeinsam beim Fußballspiel, als Rolf rief:
“Now moi min denn es siehn, die Poggetrapp!”
(Übersetzung:” Nun seht Euch diesen genialen Nationalspieler an, den Schweinsteiger!”)
Was soll ich sagen, Toni -
Wenn Du mal Fußball in gemütlicher Atmosphäre mit eventuell Gleichgesinnten schauen möchtest, dann habe ich hier was für Dich:
Die Philosophie des Inhabers und erfahrenen Trabrennfahrers und Pferdekenners, Uwe Zevens, lautet:
“In unserem ganzheitlichen Konzept stehen Mensch und Pferd im Mittelpunkt. Wir kombinieren intensive Trainingsarbeit, modernste Technik, professionelle Betreuung und reichlich Pferdeverstand mit einer herrlichen Anlage und familiärer Atmosphäre.”
Also, Toni – wenn Du mal ein sehenswertes Ausflugslokal, eine professionelle Trabrennbahn und im Bereich Events- und Veranstaltungen, Pferdewetten, Familien- und Betriebsfeiern Bedarf hast, dann liegst Du hier goldrichtig.
Denn Du weißt ja – Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.