Läck de Söck därr, Toni!
Kennst Du das auch?
Einmal im Jahr ist es soweit und man muß ein Geburtstagsgeschenk für seine Liebste suchen und finden.
Jetzt war es auch bei mir mal wieder soweit und ich begab mich auf den Weg, um für Püppi das passende Präsent aufzutreiben.
Du mußt wissen, meine Püppi hat nur alle vier Jahre Geburtstag, was die Sache allerdings nicht einfacher macht, denn der 29.Februar gilt dann als besonderer Geburtstag, sozusagen der Geburtstag des Geburtstags. (so’n Quatsch!)
Jetzt gehöre ich nicht zu den Menschen, die einfach Geld schenken – das ist zu einfaltslos, zu bequem und zu unromantisch. Man will das selbst doch auch nicht oder, Toni?
Doch? – na gut. (harhar)
Also war guter Rat teuer, denn ich wollte sie diesmal mit etwas Besonderem überraschen.
Aber was????
Zunächst spazierte ich durch die Geschäfte in Kleve, um mir die ein oder andere Anregung zu holen, wobei schon mal zumindest einige Ideen Form annahmen.
Interessant dabei solche Läden, die mit Billigartikeln protzen. (Geht das?)
Da kommst Du rein, läßt Deinen Blick schweifen und weißt ganz genau, das Du mit keinem dieser fünfhunderttausend Sachen auch nur irgendwas anfangen kannst. Aber man suggeriert Dir, daß Du alles davon gebrauchen kannst.
Solltest Du den Fehler machen und trotzdem zugreifen und irgendeine Plastikskulptur erstehen, so kannst Du die gleich in den vor dem Geschäft befindlichen Abfalleimer entsorgen.
Oder… besser noch, Du schenkst sie einem Bekannten, der sie dann für Dich irgendwann in den Mülleimer wirft.
Allerdings brachte mich ein Artikel doch auf einen Gedanken:
“Die hadden ennen Fleuteketel” (Übersetzung: “Die hatten einen flötenden Wasserkocher.”)
Dieser erinnerte mich an die Küche und Küche erinnerte mich an Kochen und Kochen erinnerte mich an Essen und Essen erinnerte mich an Lecker und Lecker erinnerte mich an …. natürlich Püppi. So wie alle Wege nach Rom führen…
Apropos: “Kochen”:
Ein Gast beschwert sich beim Chefkoch: “Ihre Frikadellen sind ja ungenießbar!”
“Erlauben Sie mal bitte, ich habe schon Frikadellen gebraten, da lagen Sie noch in den Windeln.”
“Das kann schon sein, aber warum servieren Sie die Dinger erst heute??”
Was soll ich sagen, Toni?
Seit diese ganzen Kochsendungen im Fernseher immer mehr den Sport und Mutter Beimer (heißt die so?) verdrängen und Küchenkünstler wie Lafer, Lichter (wobei wir dann bei lecker angekommen sind) oder der schreiende Topfjongleur Tim Mälzer den Kochlöffel schwingen, ist Püppi Feuer und Flamme.
Und Toni… Sie hat meine vollste Unterstützung. Weiß ich doch jetzt, wie Jakobsmuscheln schmecken, das Knurrhahn keine Beleidigung, sondern ein sehr schmackhafter Fisch ist und man Knoblauch niemals pressen sollte.
Wußtest Du das auch? Nein? Siehste!
Seitdem gibt es bei uns zu Hause “Schmackofatz”.

Der Frühling kommt (© J.Reintjes)
Kennst Du das “Perfekte Dinner”?
Von mir bekäme Püppi immer zehn Punkte. Aber das reicht ihr nicht. Sie will besser werden, was nun total in meinem Sinne ist.
Also war der Würfel gefallen – und zwar auf der sechs!
Es sollte etwas in dieser Richtung sein – nur kein Küchengerät – damit hatte ich früher immer schon meine Mutter genervt. Verständlich, wer bekommt schon gerne einen neuen Schneebesen nur für sich alleine? (hihi)
Was soll ich sagen, Toni?
Ein aussergewöhnliches, uriges Essen sollte es sein! Eines, was man nur hier am Niederrhein bekommt.
Johann Lafer oder Schuhbeck wohnen einfach zu weit weg und sind sowieso nie persönlich da, weil sie gerade eine neue Fernsehsendung produzieren. Ausserdem auch viel zu teuer!
Cornelia Poletto kocht italienisch, Tim Mälzer mit zuviel Röstaromen und Horst Lichter ist bekannt und berüchtigt für die Zugabe einer Messerspitze Butter, die sich als ganzes Pfund erweist.
Nein, ich hatte eine viel viel bessere Idee, Toni.
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?
Seit einigen Jahren speisen wir, wenn es mal richtig gut schmecken soll, in einem tollen Restaurant in Kleve.
Ein gediegenes Gasthaus mit Mittagstisch, deutscher Küche und Niederrheinischen Spezialitäten
Was soll ich sagen, Toni?
Püppi war schier aus dem Häuschen. Große Freude. Tolles Geschenk.
Hier noch einer zum Thema:
“Herr Ober, das hier soll Schaumwein sein? Der schäumt ja nicht ein bisschen!”
“Na und? Haben Sie schon mal eine Ochsenschwanzsuppe serviert bekommen, die wedelt?”
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.