Läck de Söck därr, Toni!
Letzte Tage saß ich an meinem Arbeitsplatz vor meinem Computer und wäre fast vom Stuhl gefallen.
Es gab einen Knall und ein derart lautes Getöse und Geklopfe, als wären einige Wände eingstürzt.
Nun – nach kurzer Zeit konnte ich die Quelle dieser unglaublichen Geräusche orten und beobachtete, wie ein Kipplader riesige Baumstämme in die Auffahrt unseres Nachbarn rollen ließ.
Die Teile waren im Durchmesser etwa einen Meter und hatten wohl teilweise eine Länge von bis zu drei Metern.
Na – hatte der Nachbar sich einen halben Wald gekauft?
Verblüfft schauten Püppi und ich auf riesige gesägte Stämme, die fast mannshoch die komplette Auffahrt ausfüllten. Ich ahnte schon, dass das Tage, wenn nicht Wochen dauern dürfte, bis hier wieder “klar Schiff” war.
Jetzt gibt es ja einige Möglichkeiten, die man zusammen spinnt, was man aus diesen Kubikmetern soliden Holzes alles machen kann. Der am nächsten liegende Gedanke ist sicher der, dass man alles in kleinere Portionen verwandelt, um es als Brennholz zu verwenden, was angesichts dieser riesigen gerade gewachsenen Stämme zutiefst bedauerlich wäre.
Än poar Bööm affsaage än klein hacke öm dat ganze Holt te verstoche – dat köij met än poar Liter Heizollie bäter hemme.
Übersetzung: (Ein paar Bäume absägen und zu Kleinholz verarbeiten um das dann zu verstochen – das kannste mit ein paar Liter Heizöl bequemer haben.)
Andererseits kam mir die Idee, dass der Nachbar pensionsbedingt jetzt mehr Zeit hat und sich als Künstler beweisen will, indem er zum Muttergottes-Schnitzer von Bedburg-Hau mutiert.
Irgendwie konnte es auch an den Loriot-Film “Pappa ante Portas” erinnern und er hatte Brennholz kaufen wollen, wobei man ihm ein Angebot gemacht hatte, was er nicht ablehnen konnte. Ein halber Wald für gerade mal 50% mehr Euronen. Wer weiß das schon?
Was sicher nicht der Grund für diese Holzschwemme war: Eine Firma für Streichhölzer oder Zahnstocher gründen. Nein, soweit kann man doch nicht denken. (hihi)
Tags drauf wurden wir vom bereits erwarteten Geräusch einer Kettensäge geweckt. Es ging an die Zerteilung der Auffahrt-Hindernisse.

Spaltenbaum (© J.Reintjes)
Heute – nach weiteren drei Tagen – sieht man eigentlich keinen größeren Fortschritt, obwohl die Säge unaufhörlich singt. Bestimmt so ein Timbersport-Gerät.
Aber was soll ich sagen, Toni?
Zufällig sah ich aus dem Fenster und erblickte in einem riesigen Kirschbaum eines anderen Nachbarn einen Buntspecht.
Der ist bestimmt vom Sägegeräusch angelockt worden und hat sich gedacht: “Boah Woody, bei soviel Sägen muss auch viel Holz sein. Da gibbet bestimmt ordentlich was zu kloppen.”
Kurze Zeit später ratterte der Specht auch noch los und ließ die Späne fliegen.
Tja, Toni, für solche Arbeiten braucht man das richtige Gerät, wenn man denn kein Specht ist.
Da gibt es in Kleve eigentlich nur eine Firma, die hier aber alles anbietet, was das Herz des Holzfällers, aber auch des an Motorgeräte Interessierten höher schlagen läßt:
MOTORGERÄTE FACHBETRIEB GEHLEN
Hier bekommst Du alles für die Bodenbearbeitung, die Rasenpflege, die Forsttechnik oder auch für Spezialanwendungen.
Sogar gebrauchte Geräte oder auch Leihgeräte wie Motorgeräte, Rasenmäher, Motorsägen, Häcksler, Fräsen sind im Programm. Da bleiben keine Fragen offen.
Jau, Toni – da bietet sich ja fast von alleine diese Schmunzelgeschichte an:
Ein Mann kommt ins Geschäft und kauft sich eine teure neue Motorsäge, um einige Bäume auf seinem Grundstück zu fällen. Zwei Tage später erscheint er erneut im Laden und meint: ” Also die Säge, die Sie mir hier verkauft haben, die taugt nicht die Bohne. Ich konnte nicht einen einzigen Baum damit fällen, geschweige denn, mal einen Ast absägen.”
“Lassen Sie mal sehen!” erwiderte darauf hin der Verkäufer. Er nimmt die Säge, zieht an der Startschnur und siehe da – die Säge rattert mit lautem Rrrrrrrrrr los.
Darauf der Kunde: “Was ist denn das für ein Geräusch??”
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.
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