Läck de Söck därr, Toni!
Kennst Du das auch?
Das Telefon schrillt, Du nimmst ab und meldest Dich und am anderen Ende hörst Du die immer wiederkehrenden Worte:
“Freut mich, daß ich Sie persönlich antreffe….”
Spätestens hier fliegt bei mir der Hörer wieder auf die Gabel -
Quatsch – sowas wie Gabel gibt es ja schon länger nicht mehr, aber das Gespräch wird stantepede von mir beendet, bevor es angefangen hat.
Ich spiele kein Lotto, keine Klassenlotterie und weiß auch ganz genau, daß ich an keinem Gewinnspiel teilgenommen habe.
Wie ist es dann möglich, daß man mir permanent einreden will, daß ich bei denen gewonnen habe?
Einmal war ich so in Arbeit vertieft, daß ich zu eine dieser Callcenter-Damen gesagt habe:
“Geben Sie mir kurz Ihre Privatnummer – Ich rufe Sie dann heute Abend zu Hause an.”
Längere Pause, dann die verzweifelte Antwort: ” Das geht aber nicht.”
Ich wurde ungehalten:” Wieso nicht? Sie rufen mich hier doch auch privat an!”
Klick – Aufgelegt – Naja – gute Idee für künftige ungebetene Anrufe. ( grins )
Wieso erzähle ich das? Nun, wenn der echte Klever das Wort “Win” hört, denkt er noch nicht im Entferntesten an irgendein Gewinnspiel oder Internet-Wetten, sondern an:
klar, Toni – Wein!
Als eingefleischter Genießer dieser Tröpfchen will ich Dir von einer kuriosen Begebenheit erzählen:
Vor einigen Jahren verweilten Püppi und ich im Estrel Hotel in Berlin.
Wir waren dort einige Tage zum ersten deutschen Beatles-Festival, um in alten Zeiten zu schwelgen. Nicht nur als Fans, sondern auch weil wir seit etlichen Jahren mit Memorabilien, Autogrammen und Zeichentrickfilmkunst handeln.
Da hat sich im Laufe der Zeit Einiges angehäuft, unter Anderem auch einige hundert Exponate von den Beatles, seien es Fotos, Schallplatten, CD’s und vieles mehr. Auch eine originale Goldene Schallplatte, die an die Beatles verliehen wurde ist darunter.
Soviel also, daß wir es bereits auslagern mußten.
( Mehr dazu findest Du übrigens unter: Memorabilia und Autogramme )
Also – auf diesem Festival hatten wir uns abends im Hotel einen Tisch im besten Restaurant gesucht. Einmal in diesen drei Tagen wollten wir stilgerecht speisen.
Als es zur Weinauswahl kam, empfahl uns der Kellner einen Rose’, der uns noch nicht bekannt war. Er hieß “Tavel” und die Tatsache daß ich den Namen nach dem Essen notierte, war Beweis dafür, das der Kellner Recht hatte mit seiner Behauptung, es sei der beste Rose’-Wein, den er kenne.
Am darauffolgenden Tag grasten wir halb Berlin ab, um einige Fläschchen dieses edlen Nasses mit nach Kleve zu nehmen.
Aber – was soll ich sagen, Toni -
Noch nicht mal im KaDeWe konnte man uns weiterhelfen.
Zurück in Kleve hatten wir die Hoffnung zwar nicht aufgegeben, aber auch im Internet wurden wir nicht wirklich fündig.

Ginsterbusch (© J.Reintjes)
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir unseren Wein von diversen Händlern aus der Pfalz bezogen, wo wir durch freundschaftliche Verbundenheit einige Male im Jahr verweilen durften.
Zufällig erspähten wir einige Tage danach auf der Albersallee eine Weinhandlung, die mir vom Namen her bereits bekannt war: “Jacques’ Weindepot”
Man soll ja nichts unversucht lassen, also betraten wir den Laden.
Und was soll ich sagen, Toni!
Peng! – Direkt neben der Tür standen sechs Kartons Wein gestapelt. Welcher?
“Tavel” Toni – ein Gefühl, als ob man einen Sechser im Lotto hat – naja Fünf – oder… komm, vier auf jeden Fall.
Apropos Lotto:
Was macht ein Verkehrspolizist, der im Lotto gewonnen hat?
Er kauft sich eine Kreuzung und macht sich selbständig.
Wat en Gelöck, weij häm de Win gefonde ( Übersetzung: “Watt ein Glück, wir haben den Gewinn gesichtet.”)
Und jetzt der Knaller, Toni -
Die überaus nette und freundliche Geschäftsführerin ( ist ja leider auch nicht immer selbstverständlich ) erklärte uns, daß wir probieren können, wie beim Winzer.
Also, theoretisch jeden im Angebot befindlichen Wein ( Premiumweine verständlicherweise nur bei Aktionen). Kaum zu glauben, dachte ich so und erblickte eine schöne alte Flasche von 1979.
“Wie sieht’s denn hiermit aus?” fragte ich, in Erwartung eines freundlichen “der leider nicht”.
Geschissen, Toni – Ohne mit der Wimper zu zucken, konnten wir von dem edlen Tröpfchen probieren. Wo gibt’s denn sowas? Hatte ich noch nie erlebt.
Ob Du Weinkenner bist oder nicht, Toni – hier kannst Du unter hunderten von Flaschen Deinen Wein finden. Und das Wichtigste ist – Du kaufst nicht “Die Katze im Sack”, denn Du hast ihn vorher probiert.
Sollte Dir das einmal Spaß machen, kannst Du Dir hier schon mal einen Vorgeschmack online holen:
Übrigens: Als wir letztens mal wieder dort Wein probierten, betrat eine Niederländerin den Laden, um die Inhaberin anzusprechen mit den Worten:
“Fräulein, wie lange sind Sie heute geöffnet”
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.