Läck de Söck därr, Toni!
Wenn ich manchmal die Gelegenheit bekomme, auf meinen Streifzügen durch Kleve in einen gelben Postwagen zu schauen, dann sehe ich mehr als die Hälfte der Pakete mit den Aufdrucken HSE oder QVC.
Nach intensiver Nachforschung konnte mir Püppi letztendlich die Antwort auf diese brennende Frage geben:
Es handelt sich um immer beliebter werdende Fernseh-Verkaufssender.
Also habe ich mir einmal die Zeit genommen und abends da mal reingezappt.
Was soll ich sagen, Toni?
Da versuchen die krampfhaft mit der Unterstützung von längst vergessenen Film- und Showgrößen Ihre Produkte an die Frau zu bringen. Auf Männer sind die überhaupt nicht eingerichtet.
“Düsende van Pöttkes än Pännekes, neije Höör vör den Hond, Pülverkes öm bäter kacke te könne än aldewettse Klamotte.”
( Übersetzung: “Düsen von Potten und Pannen, neue Hörer für den Hund, Pülverchen zum besseren Abführen und altgewählte Bekleidungsstücke.” )
Dann locken die damit, daß nicht mehr viele Teile zur Verfügung stehen, man also in Windeseile noch schnell bestellen soll – denn sowas Tolles bekommt man nie mehr wieder.
Die Frage stellt sich aber, was macht man mit dem ganzen Gerümpel, wenn man es mal in der Wohnung stehen und liegen hat? Bei Ebay weiterverkaufen? Quatsch- oder Toni?
“Frugger hämme se de söck noch eiges gebreijt”
(Übersetzung: “Vor langer langer Zeit ham sie die Strümpfe noch eigenhändig gebreit.”)
Und dann dieses pausenlose Gequatsche! Die holen keine Luft und lächeln so krampfhaft, das es beim Zusehen schon schmerzt. Denken denn alle Frauen, wenn Sie ein paar Dosen Creme auf ihren Körper schmieren, dann sehen sie nach zwei Tagen so aus wie Verona?
Zu vermuten ist, daß manche Frauen nicht mal mehr an die Luft kommen, um sie zu schnappen.
Die ganze Geschichte erinnert mich an Peter Frankenfeld, der in der Steinzeit des Fernsehens mal einen für damalige Verhältnisse hypermodernen biegsamen Kamm aus USA vorstellte. Er bog ihn immer hin und her und sagte:
“Sehen Sie – unzerbrechlich.”
In diesem Moment machte es “knack” und der Kamm war in zwei Teile zerbrochen. Frankenfelds geniale und spontane schlagfertige Reaktion:
“…und so sieht er von innen aus.”

Minerva (© J.Reintjes)
Nee, nee, Toni – Einkaufen über die Flimmerkiste mit dem Telefon in der Hand kann nicht die Zukunft sein.
Wo bleibt dabei dann das Wühlen und Stöbern, das An- und Ausprobieren, das Nase plattdrücken an den Schaufenstern, zufällig Freunde und Bekannte treffen und vor Allem: Sich beraten lassen!?
Auch wenn es manchen Textilverkäuferinnen zu Eigen geworden ist, Püppi eine Jeanshose in Größe 34 aufzuschwatzen, obwohl meine Königin nicht in der Lage ist, stundenlang die Luft anzuhalten. Das macht doch sympathisch. Da kann man doch drüber schmunzeln.
Irgendwann aber trudelte bei uns auch so ein ominöses Paket ein von einem Verkaufssender XY. Püppi hatte sich breitschlagen lassen und ein Goldarmband bestellt. Natürlich eines der letzten verfügbaren und zu einem unschlagbaren Preis.
Was soll ich sagen, Toni?
Da hätte sie sich genauso gut einen Gummiring ums Handgelenk legen können. Echt Gold, aber kaum spür- oder sichtbar. Lächerlich.
Aprops: “Gummiring”:
Toni, kennst Du auch den Verkäufer in einem Klever Kaufhaus, dessen Satz beim Kauf einer Zeitung immer war, oder sogar auch heute noch ist:
“Soll ich Ihnen en Gümmiken drumdrehen?”
Ist das nicht herrlich? Der tut möglicherweise immer noch da wullachen. ( hihi )
Also hat sich Püppi ohne großes Bedauern von dem “tollen” Schmuckstück wieder getrennt und es an den Verein zurückgeschickt. Unserein wartet dann noch immer vier bis sechs Wochen, ob das dann auch wirklich da wieder angekommen ist und hat Angst, daß die das irgendwie abstreiten.
Hat aber geklappt.
Danach habe ich ihr gesagt: “Püppi, wenn Du wirklich mal ein schönes Schmuckstück haben möchtest, dann gehen wir das in Kleve einkaufen. Mit richtiger Beratung und so.”
…und an Ihrem darauffolgenden Geburtstag habe ich ihr dann mal eine richtig schöne goldene Markenuhr gekauft…
Und was soll ich sagen, Toni – eine größere Freude hätte ich ihr nicht machen können.
Ich will Dir auch gerne verraten, wo ich die Uhr gekauft habe, weil dort die Beratung, der Service und der Preis mal wieder richtig stimmten und es sich auch um eines meiner geliebten Traditionsunternehmen in Kleve handelt, nämlich hier:
Naja, Toni – ohne passenden Witz will ich auch heute nicht schließen. Also hier mein Beitrag zum Thema “Fremdworte” und vorher schon sorry an alle Blondinen:
Neureiche Blondine schlendert an einem exclusiven Juweliergeschäft vorbei und entdeckt in der Vitrine ein Diadem mit Smaragden und Amethysten. Also geht sie in den Laden verkündet: “Guten Tag, sind Sie der Jubilar?”
Der Inhaber stutzt und antwortet verständnisvoll: “Aber ja, gnädige Frau, ich bin der Juwelier, was kann ich für Sie tun?”
“Sie haben da draußen in der Latrine so ein wunderschönes Diadom ausgestellt, mit Schmarotzern und Amnestististen besetzt. Welchen Preis hat das gute Stück?”
Der Juwelier fast mitleidig: “Liebe, gnädige Frau, der Preis ist 25.000,00 EUR.”
“Oh!” ertönt es verschreckt, “so eine Summe übersteigt im Moment mein Bidet, kann ich bitte meinen Mann anrufen?”
“Aber selbstverständlich, gnädige Frau.”
Sie: “Wo ist denn hier das Telefon ?”
Er: “Rechts herum, die Treppe hinauf, dort sehen Sie es dann schon.”
Sie: “Oh, Sie sind aber explosiv eingerichtet, diese Makkaronidecke und die Lavendeltreppe, so was habe ich in einem Geschäft noch nie gesehen.” Sie telefoniert mit ihrem Gatten und kommt zurück zum Juwelier: “Das geht mit dem Preis in Ordnung, mein Mann holt das Diadom dann morgen für mich ab.”
Er: “Verzeihen Sie mir, aber woran kann ich Ihren Mann denn erkennen, gnädige Frau?”
Sie: “Oh, gut das Sie mich fragen, er kommt in einem bordellfarbenen Januar vorgefahren und hat vorne seine Genitalien eingraviert …”
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.