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Einkaufen in Kleve – Brautmode und Festmode

Läck de Söck därr, Toni!

Als ich letztens im Rathaus etwas zu erledigen hatte, standen einige Leute vor dem Haupteingang Spalier.

In Erwartung des Brautpaares hielt ich mich etwas abseits auf, um mir dieses Schauspiel nicht entgehen zu lassen – soll es doch Glück bringen.

Ja, Toni! Aberglauben. Aber: “Schitt wat dropp.”

(Übersetzung: ” Schütte etwas darauf. “)

Als die beiden Glücklichen ins Freie traten, wurden sie mit einem regelrechten Schwall von Reis beworfen, das man damit eine chinesische Familie eine Woche hätte ernähren können.

Bei der Braut war das eigentlich nicht so schlimm, weil die Reiskörner von Ihrer haarspraygehärteten Frisur schlichtweg abprallten.

Der Bräutigam jedoch tat mir schon leid – war er durch den intensiven Bewurf doch plötzlich weiß geworden.

Der schönste Tag des Lebens und man kann seinem Ärger nicht mal Luft machen.

Woher kommt eigentlich diese Tradition, frisch Vermählte mit Grundnahrungsmittel zu bewerfen?

Ich stelle mir gerade vor, das wäre hier bei uns erfunden worden.

Dann würden wir dem armen Paar Brötchen, Kartoffeln oder Graubrote ins Genick schmeissen. So eine Verschwendung! (hihi)

” Stellt ow es vöör, geij got traue än die schmitte met Kappesköpp noar ow Brütt – dann köwwe ok enne Härng schmooke.”

(Übersetzung: ” Stell dich ma vor, du gehst ant heiraten dran und die werfen mit Weißkohlköpfe nach deine Braut – dann können wa auch einen Hering rauchen.”)

Was passiert danach mit dem ganzen Reis, der daneben gefallen ist und nicht vom Bräutigam in seiner Frisur mit nach Hause getragen wird?

Wartet man auf den nächsten Regen, wo die Körner dann aufquellen und den Hunden und Katzen der Stadt Kleve eine willkommene Zwischenmahlzeit bieten?

Wer weiß? – Ich nicht.

Apropos: ” Heiraten “:

Der Ehemann liest in einem Magazin und stellt plötzlich melancholisch fest: ” Die größten Esel heiraten die schönsten Frauen. ” – Darauf seine Gattin lächelnd: ” Oh, Du Schmeichler.”

Heiraten scheint wieder In zu sein.

Man hört auch immer häufiger von seltsamen und abenteuerlichen Heiratsanträgen, so daß man mitunter den Eindruck gewinnen kann, hier geht es nicht mehr um den heiligen Stand der Ehe, sondern um die Olympia-Qualifikation.

Blütenbaum (© J.Reintjes)

Mittlerweile kann man über sogenannte Eventagenturen seiner Braut unter Wasser in der Karibik, umzingelt von Haien und Stachelrochen einen Antrag machen.

Genauso, wie während eines Fallschirmsprungs über den Dächern von Nizza oder beim Achterbahnfahren in Las Vegas in 300 Metern Höhe.

Vor einigen Jahren hieß es noch:

“Gon weij traue, of wat ment geij?”

(Übersetzung: ” Gehen wa uns jetzt trauen oder wat meinst Du dazu?”)

Möglicherweise wurde die Ansprache noch mit einem Kniefall bestärkt und nach dem obligatorischen “Ja” ging man dann trauen.

Noch viel früher war es üblich, den Vater der Braut um die Hand der Tochter zu bitten.

Dann schlich der zukünftige Bräutigam zum Haus seiner Angebeteten, einen Blumenstrauß für die Schwiegermutter in spe in der Hand und ganz viel Schiss inne Boks.

Nachdem die liebe Frau sich für das Bukett bedankt hatte, folgten dann zumeist die einschüchternden Worte:

” Wacht es effkes än sett ow ma op dat Schäselong. Ek sall den Baas es hoale.”

( Übersetzung: ” Übe Dich ein wenig in Geduld und hock dich auf dat Sofa. Ich soll den Meister ma holen gehen tun.” )

Und dann saß der Aspirant total verschüchtert, nichts Gutes ahnend, in sich geduckt auf der Couch und war vor Aufregung am Bibbeln dran ( hochdeutsch: zittern ).

Nach unendlich langem Warten, der Fußschweiß auf der Stirn lief schon die Beine runter, öffnete sich dann die Tür und der Familienobere nahm dem Verzweifelten auch noch den letzten Fitzel Mut, ertönten dann die Worte:

” Wat drenk geij dann? ” ( Übersetzung: ” Wat willste denn trinken tun? ” )

Im Überschwang der Ereignisse und in Ermangelung einer wirklich spontanen und schlagfertigen Erwiderung kommen dann die Worte herausgesäuselt:

” Wodka Martini – geschüttelt, nicht gerührt.”

Tja, Toni – dumm gelaufen oder der Alte haut sich vor Vergnügen auf die Schenkel und heißt seinen zukünftigen Schwiegersohn willkommen. Such Dich wat aus. ( hihi )

Und dann wird in den Hafen der Ehe eingelaufen in der Hoffnung, das man kein Kriegsschiff erwischt hat.

Die Feier wird geplant, das Aufgebot bestellt, die Brautjungfern ausgesucht und eine Liste der Geschenke gemacht, wo sich dann die eingeladenen Gäste vorab schon orientieren können, was das Brautpaar noch so alles benötigt.

Nun, bei Geschenken ist das immer so eine Sache.

Einerseits möchte man auf Gutscheine oder Bargeld verzichten und sich kreativ zeigen, andererseits mögen nicht alle Menschen genau das, was einem selbst gut gefällt.

Was also machen, Toni?

Kein Problem, denn es gibt ja wunderschöne Geschäfte in Kleve, Goch und Umgebung, die sich auf solche Situationen spezialisiert haben und einem da super aus der Patsche helfen können, vor Allem für Festmode und Brautkleider, wie zum Beispiel:

Bekleidungshaus Martens

Hoffen wir dann für die glücklich Vermählten, daß der Gatte sich nicht eines Tages mit seinem Freund wie folgt unterhält:“Monatelang habe ich mich gefragt, wo meine Frau ihre Abende verbringt.” – ” Und dann??” – ” Eines Abends ging ich nach Hause und… da war sie.”

Ek säch dann ma schüss, wa. Bess in twee weeke off so.



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