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Läck de Söck därr, Toni!

Der Aberglaube beschreibt schon die dollsten Geschichten, wie man eigentlich jeden Tag immer und überall feststellen kann.

So vernahm ich kürzlich einen Satz, den man jemanden regelmäßig an den Kopf schmeißt, wenn er mal schlecht drauf ist:

“Säch! Sitt geij met den lenken Fuut ütt et Bett gekomme?”

Übersetzung: (“Sach! Bisse mit die linke Quante aus dat Bett gestiegen?”)

Was soll das? Glauben die Menschen, wenn man mit dem rechten Fuß aus dem Bett steigt, dann ist automatisch der Tag gerettet? Kann doch nicht sein. Oder doch? Bei manchen würden sich alleine durch den Versuch, das zu schaffen, direkt Krämpfe einstellen, wenn sie auf der falschen Bettseite liegen und schon ist alles ad absurdum geführt.

Tja, Toni – in diesem Jahr erleben wir gerade heute wieder einmal Freitag den 13.! Ist das ein Tag, wie jeder andere?

Richtungsweisend für die Beantwortung dieser Frage ist der Umstand, in wie weit man tatsächlich abergläubisch ist oder nicht.

Der Aberglaube treibt mitunter seltsame Blüten und kann zur quälenden Ungewissheit, in seltenen Fällen auch zur Gewissheit werden, wenn man sich einen bestimmten Umstand krampfhaft herbeisehnt.

Ob man unter einer schwarzen Katze durchgeht oder eine Leiter streichelt, wird sich voraussichtlich genauso auf die nachfolgenden Ereignisse auswirken, als wenn es umgekehrt geschieht. Einen Schornsteinfeger anfassen bringt Glück oder auch nicht – auf alle Fälle dreckige Hände, die gewaschen werden müssen.

In diesem Zusammenhang fällt mir gerade ein, dass Püppi letztens eine neue Handcreme gekauft hat, die nach Kokosnuss duftet. Sie meinte, dass hätte so einen Hauch von Urlaub. Ich allerdings empfand den Geruch nur als unangenehm und bat sie, nach dem Auftragen dieser Creme auf die Hände diese dann sofort vernünftig zu waschen. Sie meinte, ich solle mich nicht so anstellen, aber nachdem ich sie den ganzen Tag nicht mehr “Püppi”, sondern “Mein Kokosnüsschen” gerufen hatte, war die Sache erledigt. Sorry, Babe!

Auch ein vierblättriges Kleeblatt soll Glück bringen. Klar – wenn man denn mal eines nach stundenlangem Suchen gefunden hat. Dann kann man mit einiger Fantasie tatsächlich von einem Glücksfall reden.

Manch einer kauft sich ein solches Kleeblatt der Einfachheit halber. Allerdings dabei nicht vergessen: Glück kann man nicht kaufen!

Was soll ich sagen, Toni?

Im Normalfall muss besonders der Jahreswechsel dafür herhalten, das Glück herbei zu zwingen. Da sticht in erster Linie das Glücksschwein hervor. Hat man die Sache auch schon mal aus der Sicht des Schweines betrachtet? Gottlob besteht es in den meisten Fällen aus Marzipan.

Fragt man einen Menschen, der bekannt dafür ist, besonders viel Glück zu haben, wird er vermutlich auf Fleiß, Ausdauer und Willenskraft verweisen. Fragt man einen notorischen Pechvogel nach seinem Glück, so wird er voraussichtlich sofort sagen: “Pssst, nicht so laut, sonst kommt es nie.”

Apropos: “Pechvogel”:

Ein Pechvogel ist jemand, der sich gemütlich in einen Heuhaufen legt, um dann von einer Stecknadel gestochen zu werden.

Aberglaube tritt überall auf. Jedoch besonders verbreitet ist er in der Seefahrt, beim Theater und im Sport.

Wer kennt nicht den legendären Glückspullover von Fußball-Trainerlegende Udo Latteck? Er suggerierte seinen Spielern, wenn er dieses spezielle Kleidungsstück am Spieltag trug (und zwar ungewaschen, natürlich), konnte seine Mannschaft nicht verlieren.

Niemand stellte sich derzeit wohl die logische Frage: “…und warum?” Welchen Einfluss sollte gewöhnliche Strickware auf Fußballspiele haben? Nun, eine Zeit lang hat es ja geklappt.

Viele Sportler unterliegen dem Aberglauben, wenn sie sich nicht rasieren, könnten sie kein Spiel mehr verlieren. Hat man schon mal einen vollbärtigen Sportler gesehen, bei dem das jemals zutraf? Hauptsache ist, man glaubt fest daran. Dann könnte es für einen gewissen Zeitraum tatsächlich funktionieren.

Gerade im Sport wird das Pech natürlich auch von allen Seiten dokumentiert. Es werden abendfüllende Sendungen im Fernsehen gezeigt, wie Motorradfahrer spektakulär stürzen, wie Kleinkinder tollpatschig alles in Aufruhr bringen oder auch Menschen vom Pech verfolgt sind, wenn Gerüste, Bühnen oder sonst was, auf dem sie gerade stehen, einstürzen.

Das ganze wird getarnt unter dem Oberbegriff “Lustig”. (Ist es ja auch manchmal wirklich).

Die einfachste Möglichkeit, dem Glück einen Stoß zu geben, um das Unglück zu vermeiden ist dreimal auf Holz zu klopfen.

Was soll ich sagen, Toni?

Jetzt ist nicht immer gerade ein geeignetes Stück Holz greifbar, aber wenn Du in dieser Richtung mal etwas suchst, habe ich hier den goldenen Tipp für Dich:

Holzland Dorsemagen


hp

Nun, Toni – ich für meine Person bin nie in meinem Leben auch nur für einen kurzen Moment abergläubisch gewesen. Das könnte verdammt viel Pech bringen. Den Rest besorgt dann meine Glückssocke. (Hihi)

Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.



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