Läck de Söck därr, Toni!
Heute war es mal wieder soweit.
Ich mußte in Kleve einkaufen und erlebte eine dieser typischen Situationen, wie Du sie bestimmt auch schon etliche Male selbst erlebt hast.
Mein Drucker druckte nur noch weiß auf weiß. Sehr schlecht zu lesen, das Ganze.
Also war klar – Druckerpatrone leer oder besser Tonerkartusche, denn ich habe einen Laserdrucker, weil ich eh nie farbig drucke, da viel zu teuer.
Ich dachte so bei mich bei:
“Doar heij et Schoap ont schitte.” ( Übersetzung: ” Da hasse dat Tier mit die Hörner ant kakken.” )
Ahnte ich doch bereits, was nun auf mich zukam.
Weitsichtig und durch einige Reinfälle in der Vergangenheit geläutert, notierte ich mir flugs die Marke und das Modell meines Druckers, denn ich befürchtete, es gibt eine Million verschiedener Produkte, aus denen ich das einzig passende finden mußte.
Da ist es wohl so ähnlich, wie bei den Handy-Tarifen.
Du weiß ja, Toni – ellenlange Listen mit engbedruckten Zahlen, Daten und Fakten. Ohne studiert zu haben gleich zum Scheitern verurteilt, wer da noch durchblicken will, nur um nachher festzustellen, daß das Anrufen an einem Sonntag, wenn er auf den 13. des Monats fällt und die Sonne im Aszendenten zum Känguruh steht, die Minute einen halben Cent günstiger ist als….. sparen wir uns das.
Mein Weg führte mich zu einem namhaften Handelshaus für diese Geräte und Zubehör in Kleve Mitte.
Nachdem ich den Laden betreten hatte, versuchte ich mich zunächst selbst zu orientieren, bevor man fachlichen Rat einholt, denn man kennt diese Prozedur, die ich im Nachhinein dann doch erleiden mußte.
Sehr schön übersichtlich erschloß sich mir sofort das Angebot, waren doch überall beschriftete Reiter mit den darunter befindlichen Waren zu lesen.
Drucker fand ich allerdings nicht. Somit führte mich mein Weg in die nächste Etage.
Zwar fand ich kein Hinweisschild auf Drucker oder Zubehör, aber nach einigem Umherwandeln entdeckte ich einen Stapel Drucker von diversen Marken.
Meine war natürlich nicht darunter. Wieso wußte ich das?
“Läck de Kont, därr!” ( Übersetzung: “LMAA” )
Nach längerem Erforschen fand ich tatsächlich die Reihe, wo Druckerpatronen und Toner ausgelegt waren. Ich suchte die Marke, fand sie und mußte frustriert feststellen, daß genau die Nummer, die ich mir notiert hatte, nicht im umfangreichen Angebot war.
Wieso wußte ich das?
Es half alles nichts – ein Fachmann mußte her.
Kennst Du das, Toni?
Sobald ein Kunde in solch einem Laden den Kopf hebt, um nach dem geeigneten Berater Ausschau zu halten, verschwinden die wie David Copperfield und wünschen den Kollegen nur das Beste.
An einem Computer war gerade eine Mitarbeiterin des Ladens so vertieft in Ihrem Suchen nach Lösungen, das sie nicht mitbekommen hatte, wie ein Kunde – ich – schnurstracks auf sie zumarschierte.
Bevor ich meinen Satz: ” Entschuldigen Sie, ich suche nach…” beenden konnte, kam bereits die erwartete Antwort: ” Oh, ich bin hier nicht zuständig. Da müßen Sie meinen Kollegen fragen. “
Wieso wußte ich das?

Draisinenstraße (© J.Reintjes)
“Wo ist der denn?” wollte ich von ihr wissen.
“Da hinten rechts im Gang.” war die überaus “freundliche” Antwort.
Apropos: “Verkäufer im Kaufhaus”
Da fällt mir doch spontan noch einer ein, als “Drüben” noch Ossiland war:
Ein Mann kommt in ein Bekleidungshaus und schaut sich um. Nach einer Weile fragt er den Verkäufer: “Entschuldigen Sie, aber haben Sie hier keine Hosen?” Antwort des Verkäufers:” Keine Hosen gibt es nebenan. Wir haben hier keine Hemden.”
Im nächsten Gang rechts fand ich dann tatsächlich einen jungen Mann im “Hausanzug” den ich um Auskunft bat.
“Oh, das tut mir leid.” war seine lapidare Antwort. “Aber ich bin Praktikant und arbeite hier erst seit drei Tagen.”
“Nun, dann können Sie mir sicher den richtigen Berater rufen?”
“Leider nein – der ist gerade in Pause. “
“Now was ek gewäldig kwoj ont worre, än hat denn et lievste ännen flatts gegäwe van den sinne Köll.”
( Übersetzung: ” Getz war ich gewaltig an mürrisch ant werden dran und hätte dem am liebsten einen Flatsch gegeben wegen den sein dummes Gequatsche.” )
“Dor heij godome enne Sack voll van all die Leujsakkers än Kontekrüpper, die geij beij et loope de Schunn besoole könnt.”
( Übersetzung: ” Da hasse verd…. nochmal einen Sack voll von die Nixtuers und Kuntenkriecher, die du bei et Laufen de Schuhe versohlen kannst.” )
Nach einer geduldigen Erläuterung meinerseits, daß solche Auskünfte und die Folgen daraus zum sofortigen Verlust des angedrohten Geschäfts führen könnten, bequemte sich der Jüngling dazu, Ausschau zu halten und machte kurze Zeit später den verantwortlichen Berater aus, der sich gerade lässig angelehnt an eine überaus kostspielige Kaffemaschine mit einer nicht minder kostspieligen Blondine unterhielt.
Nicht über Elektroartikel! Soviel schnell dazu!
Der junge Mann gesellte sich zu den Beiden und harrte geduldig aus, bis der Oberberater sich gnädig herabließ, um zu vernehmen, was denn das Anliegen sei.
“In denn Titt wassen min all Isspippkes de Nöös herütt gewasse.”
(Übersetzung: ” In die Zeit waren mich bereits Eisenpfeifchen aus die Nase gewaschen.”)
Mit hängendem Kopf und gespieltem Bedauern kam er auf mich zu mit den Worten:
” Hamm wa nich. “
Was soll ich sagen, Toni?
Gerade eben habe ich mir die Tonerkartusche im Internet bestellt, obwohl ich es lieber in Kleve getan hätte, auch wenn es drei Euro teurer gewesen wäre.
Ich liebe es, wenn qualifizierte Fachleute mich beraten, denn das verlangt man von mir in meinem Job auch. Vielleicht bin ich da nicht mehr modern oder noch “aldewetts“, aber ich freue mich immer, wenn ich in ein Geschäft in Kleve komme, wo es sowas noch wirklich gibt.
Gottlob haben wir noch etliche davon und wenn es z.B. um Fernseher, Haushaltsgeräte oder auch Einbaugeräte geht, dann führt mich der Weg immer hierhin:
Und das Wichtigste hier ist, daß die über einen absolut spitzenmäßigen Kundendienst und Service verfügen, denn wenn mal was kaputt ist, braucht man Fachleute, die schnell zur Stelle sind. Hier stimmt das Paket, Toni. Also – beim nächsten Mal:
“Weisse Bescheid, Schätzeken!” wie Horst Schlämmer immer zu sagen pflegt.
Einen hamm wa noch:
“Ich komme, um den Fernseher bei Ihnen zu reparieren.” – “Aber der ist doch gar nicht kaputt.” – “Ja aber, haben Sie mich denn nicht selbst angerufen, Frau Schulz?” – “Ich heiße Schmid. Familie Schulz ist vor einem halben Jahr ausgezogen!” – “Na das ist ja unglaublich! Erst bestellen die Leute dringend einen Techniker, und dann ziehen sie einfach um!”
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.