Läck de Söck därr, Toni!
Ist Dir das auch schon mal aufgefallen?
Sobald man auf der A 57 ungefähr auf Höhe der Abfahrt Kleve ist, zieht einem ein ländliches Düftchen in die Nase.
Ein Bekannter von mir, der vor etlichen Jahren in die Pfalz ausgewandert ist, erzählt mir jedesmal, wenn er zu uns an den Niederrhein kommt, daß er nicht auf die Hinweisschilder schauen muß, um zu wissen wo er sich gerade befindet, sondern daß er sich absolut auf sein Riechorgan verlassen kann.
Tja, Toni – das ist Heimat, das ist Landluft vom Allerfeinsten. Die sollte man auf Dosen ziehen und weltweit verkaufen. Eine eventuell lukrative Geschäftsidee, auf die bisher bloß die Berliner gekommen sind, weil es mal irgendwann irgendein Lied da gab.
Naja, vielleicht schreiben wir auch mal einen Song über die würzige Luft bei uns.
“Dat rückt so läcker, want den Buur es ont jauchze.” (Übersetzung: “Das duftet so sinnlich, weil wegen der Landwirt ist am Jauchzen dran.” )
Damals, als Bensdorp noch in Kleve stationiert war, duftete die ganze Stadt nach Schokolade oder so – schade – vorbei.
Nun – immer noch ein Stück weit besser, als der Duft des Ruhrgebietes.
Da möchte man tausend Nasen haben, um es so zu verteilen, daß man nichts mehr wahrnimmt.
Und vorsicht, Toni – wenn Du dort beim Atmen denn Mund öffnest, bekommst Du gelbe Zähne. (hihi)
Apropos: “Duft”:
Eine Dame zur Verkäuferin in der Parfümerie: ” Haben Sie auch ein Rasierwasser, das nach Fußball riecht?”
Auch so eine nette niederrheinische Redeakrobatik.
“Die Stadt riecht.”
Eine Stadt kann nicht riechen, Toni. Sie hat keine Nase! – Aber jeder hier weiß, was damit gemeint ist. Nur die “Ausländer” aus Hamburg oder Hannover lachen darüber, die Ahnungslosen.
Beim Einkaufen in Kleve sollte man mal den Test machen und mit geschlossenen Augen von oben nach unten oder umgekehrt spazieren und nur am Duft versuchen zu erkennen, wo man sich gerade befindet. Müßte ein einmaliges Erlebnis sein und schärft die Sinne für das Wesentliche.

Museum (© J.Reintjes)
Man kommt zu der Überzeugung, jede Stadt und auch jede Region hat ihren ureigenen Duft, so wie sie auch ihre eigene Sprache hat.
“Än de ons es Kleefs Platt, än de Blaage verstoon wäll engels, ewel genen Jota Platt.” (Übersetzung: ” Und die unsere Sprache ist Klever Mundart und die Heranwachsenden verstehen wohl englisch, jedoch keinen Sack Platt.”)
Sprache ist Tradition und Kleve hat eine ganze Menge davon.
Was ich mich aber immer schon gefragt habe:
Wie sieht eigentlich die traditionelle Klever Kleidung aus? Alle haben Trachten – sogar unsere Freunde die Holländer – nur wir offenbar noch nicht.
Oder kannst Du mich eines Besseren belehren, Toni?
Die typische Klever Tracht sollte zumindest einen Schwan irgendwo zeigen. Eventuell besteht sie dann auch aus Federn. Wer weiß?
Wäre doch eine super Geschäftsidee. Ob Ein-Tracht, Zwie-Tracht oder einfach ne Tracht Prügel – Möglichkeiten ohne Ende. (grins)
Wenn Du allerdings wissen möchtest, welche Bekleidung in Kleve gerade so angesagt ist, dann solltest Du Deine Schritte hierhin lenken:
Alles, was Du suchst an Bekleidung und Exclusive Moden, findest Du auf zwei Etagen. Nicht nur als Herrenausstatter, selbstredend auch als Damenausstatter mit den Modellen der Topmarken Bugatti, Daniel Hechter, Gerry Weber, Monari und vielen Anderen zeigt man die Mode von heute. Guck da ma rein.
Nun Toni, leider fällt mir kein Witz über Trachten ein. Vielleicht schickst Du mir mal einen.
Dafür zum Abschluß aber den hier von der Jagd. Jäger tragen ja auch sowas wie eine Tracht:
Was macht ein Jäger, wenn er versehentlich eine Kuh geschossen hat? – Er steckt ihr einen Hasen ins Maul und sagt, sie hat gewildert!
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.