Läck de Söck därr, Toni!
Heute haben wir vor unseren Einkauf in Kleve einen Kurztripp unternommen.
Ich komme gerade mit Püppi vom Flachsmarkt in unserer Nachbarstadt Goch.
Selbst heute, als welterfahrener Mensch, weiß ich immer noch nicht, ob der Name “Flachsmarkt” daher rührt, dass man in grauer Vorzeit dort Flachs angeboten und verkauft hat oder ob es daran liegt, dass die Leute sich dort getroffen haben und miteinander geflachst haben, wie man bei uns sagt.
Geij kömmt ütt dat Staune niet herütt wat die doar an Söck, Lappe än ander Greij an sönnen Dach oppfoare dünn.
Übersetzung: (Du kommst aus dat Staunen nich mehr raus, was die dort an Socken, Lappen und ander Zeugs an so einen Tag auffahren tun.)
Erstaunt musste ich feststellen, dass ich auf einer Veranstaltung dieser Art noch nie zuvor soviele Menschen in Rollstühlen und Rollatoren gesehen habe, aber gottlob auch noch nie soviele Kinderwagen. Das führt dann naturgemäß zu Fußgängerstaus und gibt Gelegenheit, den ein oder anderen Stand einmal näher zu betrachten.
Was natürlich auffällt, sind die gefühlten hunderte von Socken- und Strümpfebuden, die wohl an die drei Millionen selbstgestrickte Fußwärmer anbieten. Klar – es sind auch einige darunter, die Spezialsocken anbieten, zu deren Herstellung wieder etliche Polyester ihr Leben lassen mussten.
Dann kommt man (immer wieder gerne) an den Bonbonständen vorbei, die Einiges in eine Anisduft versprühende Maschine investiert haben, um die potentiellen Käufer anzulocken. Ist ja Schnupfenzeit. Passt!
Auch immer wieder herrlich der als Clown im Glitzerkostüm verkleidete Anbieter von sensationeller Schuhpflege. Ein Entertainer der alten Schule. Schon von Weitem hört man sein langgezogenes “Boaahhhh”, von dem er zumeist mehr begeistert ist, als die Leute, die offensichtlich seinem Lockruf folgen. Er putzt ihnen die Schuhe und versucht dann, sein Wundermittel an den Mann oder die Frau zu bringen, was ihm tatsächlich häufig genug gelingt. Respekt, mein Herr!
Weiter geht es zu den Hefekükkskes-, Bollebäuskes- und Poffertjesbäcker, die Einen mit den frisch gebackenen Leckereien häufig genug ins Zweifeln bringen, ob man nicht ausnahmsweise die gesunde Lebenseinstellung für einen Tag mal fallen lassen kann.
Was soll ich sagen, Toni?
Spannend sind doch auf alle Fälle die Anpreiser von Wunderartikeln und Wundermitteln, die jeden Betrachter ins Erstaunen versetzen.
Nehmen wir den Verkäufer von so genannten Universal-Schäl-Maschinen. Junge, Junge – da kommt man aus dem Staunen nun wirklich nicht mehr raus. Innerhalb kürzester Zeit bringen die es fertig, kiloweise Gurken, Tomaten, Radieschen, Sellerie und Kohl in Streifen, Würfel, Kunstwerke oder Fahrzeuge aus Star Wars zu verwandeln. Und alles geht so einfach. Man will das unbedingt auch beherrschen. Also kauft man das Wunderding und geht gleich zum Gemüsehändler, um die Rohmaterialien zu besorgen, aus denen jetzt erstaunliche Figuren gezaubert werden. Leider kommt man dann zuhause mit viel Geduld eventuell dazu, einige Streifen herzustellen. Aber – das geht mit einem einfachen Küchenmesser auch. Irgendwann verschwindet das Teil in die hinteren Regionen einer Küchenschrankschublade oder man entsorgt es gleich, damit man nicht genötigt wird, noch einen letzten Versuch zu wagen.
Boah, Toni. Hast Du schon mal eine Akupressursohle in Deinen Schuhen gehabt?
Auch die gibt es da und wird mit viel Brimmborium als das Non Plus Ultra für müde und brennende Füße feil geboten. Die Logik des Erzählers ist eindeutig und verständlich. Warum halten sich diese Sohlen nur nicht daran? Die sorgen dafür, dass zu den erstgenannten Problemen sich noch Druckschmerzen gesellen. Tja – was tut man nicht alles für die Gesundheit?
Dann die fantastischen Modeanbieter, die Wintermäntel für acht Euro oder wundervoll gestylte Turnschuhe für fünf Euro anbieten. Glücklich, wer überzeugt ist, dass die Sachen den Transport in der Tüte unbeschadet bis zum ersten Anziehen überstehen. Und wenn doch – prima! Gutes Geschäft gemacht!
Mit etwas Skepsis und Mißtrauen kommt man manchen Dingen besser auf den Grund. Bei einem Gewürzhändler waren wir verhältnismäßig sicher, dass bereits die Plastiktütchen, in denen das kostbare Handelsgut ruhte, die Halbwertzeit von Kunststoff überschritten hatten.
Unabdingbar und immer eine Wonne sind allerdings die richtigen Marktschreier, die man besonders vom Hamburger Fischmarkt kennt. Diesmal war wieder Aal Volker (hieß der nicht mal Aal Dieter?), der seine geräucherte Ware wortgewaltig anbot. So konnte man bei ihm einen fetten Aal, ein geräuchertes Filet (von welchem Fisch gab er nicht preis), einige Sprotten und geräucherten Lachs zum Paketpreis von fünfzehn Euro erwerben. Nun – warum nicht? Ist OK.

Flachsmarkt (© J.Reintjes)
Insgesamt hat der Flachsmarkt einen komplett anderen Charakter als zum Beispiel der verkaufsoffene Sonntag in Kleve, obwohl ein Großteil der Angebote ähnlich ausfällt.
Somit fällt unser Fazit auch positiv aus, Toni:
Wenn Du Socken, Kurzwaren und geräucherten Aal oder eine neue Wunderwaffe für die Küche benötigst, solltest Du einen Besuch nicht versäumen. Ebenfalls lohnt sich ein Besuch auch, wenn Du einfach einmal über einen Budenmarkt schlendern willst, gerne Leute schiebst oder Dich gerne schieben läßt. Nichts wie hin zu diesen Ereignissen. Püppi und ich jedenfalls sind beim nächsten Flachsmarkt …. wieder dabei, Toni. In echt!
Leider konnte man uns etwas aber nicht anbieten, wofür wir dann schnurstracks zum Einkaufen in Kleve eintrafen. Wir hatten vernommen, dass es einige neue Einrichtungsgegenstände zu bewundern gab, die recht aussergewöhnlich sind.
Für diese Art von Innovationen – vor allem wenn man ein Einrichtungshaus sucht in Richtung Innenarchitektur, Designmöbel, individuelle Einrichtingsberatung und exclusive Möbel, dann führt der einzig richtige Weg genau hier hin:

Als ausgebildete Innenarchitektin bietet die Inhaberin, Frau Susanne Rexing, eine fachlich und nach individuellen Kundenwünschen ausgerichtete Einrichtungsberatung.
Also, Toni – für das Besondere solltest Du Dich im Geschäft von Firma Rexing einmal umschauen. Du kommst aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.