Läck de Söck därr, Toni!
Püppi und ich mussten mal etwas für Erholung und Gesundheit tun.
Also suchten wir etwas in einem Autofahr-Umkreis von ca. zwei Stunden und wurden fündig in:
Bad Neuenahr.
Was soll ich sagen, Toni?
Wir fuhren bei Traumwetter los und checkten nach etwa eindreiviertel Stunde im Steigenberger (nach eigenen Angaben das beste Haus am Platze) ein.
Ett mott niet ömmer dat düürste te sinn, äwell so aff än tuw schnappt Püppi sich dä Mapp, sückt wat rütt än quatst die Mensse so lang tuw, bess dat die ons guje Priis vör alles maake.
Übersetzung: (Es muss nicht immer das teuerste zu sein, aber hin und wieder greift sich Püppi der Reisekatalog, sucht was raus und beredet die Menschen da so lange zu, bis das die uns gute Preise für alles machen tun.)
Parkplätze waren so rar, dass wir die Ausnahmegenehmigung erhielten, direkt vor dem Haupteingang den Wagen stehen zu lassen.
Das Zimmer war ganz OK, aber insgesamt hatten wir sofort den Eindruck, als wären wir in einem Sanatorium gelandet. Das war auch nicht weiter verwunderlich, da das Hotel ohne feststellbare Begrenzung in genau ein solches mündete.
Wenn man da nicht aufpasste, kümmerte sich eine Schwester um einen, anstatt eine nette Bedienung.
Der Ort selbst ist eine Reise wert. Schöne Gegend, tolle Parks und Wege zum spazieren gehen oder auch zum Wandern, gute Luft und ordentliche Gastronomie.
Am nächsten Morgen ging es gewohnheitsgemäß und erwartungsvoll zum Frühstück.
Als erstes fielen uns die Kellner auf, die (bis auf eine Ausnahme), allesamt das Rentenalter wohl schon erreicht – zumindest aber bereits hart anvisiert hatten. Der jüngere Mann war so aufmerksam, dass er uns gefühlte fünfundzwanzig Mal ignorierte, bis ich ihn ein wenig ungehalten ansprach, um zumindest schon mal etwas Kaffee zu bekommen.
Auf zur “Eierbäckerin”, die aussah wie eine gut funktionierende Hausfrau, dies aber leider nicht bestätigen konnte. Bei mehr als zwei Spiegeleiern in der Pfanne war die Grenze der Belastbarkeit erreicht.
Dies äußerte sich mir gegenüber, der ein ganz kompliziertes Omelette mit Tomaten und Schinken bestellte, in der Frage:
“Haben Sie sonst noch etwas zu erledigen?”
Nun denn – ich war zwar nicht in der Stadt unterwegs, aber immerhin…
Püppi fielen ein paar jüngere Leute ins Auge, die so gegen 10Uhr noch am Frühstückstisch saßen. Auf ihre Frage, was die hier machten, kam mir die spontane Antwort:
“Wahrscheinlich besuchen die ein Seminar.” – “Um diese Uhrzeit??” – “Warum nicht? Vielleicht ist es ein Seminar für Bardamen und Nachtwächter?”

Blätterwald (© J.Reintjes)
Der Kellner fragte uns nach dem Frühstück routinemäßig und ein wenig gelangweilt das, was ein guter Kellner seine Gäste fragt, die auch abends eventuell bei ihm essen sollen:
“Möchten Sie einen Tisch bestellen?”
Tja, Toni – so bin ich – ich kann nicht anders:
“Wieso? Was soll ich damit?” Wir haben zu Hause genug davon.” (hihi)
Humorlos ließ er sich von einer älteren Dame ablenken, die ihn bat, Kaffee an den Tisch zu bringen, wo ihr Mann sehnsuchtsvoll darauf wartete. Wohlgemerkt auf den Kaffee – nicht auf sie!
Auf die Frage des Kellners, wo der Mann säße, deutete sie in eine Richtung mit der Bemerkung:
“Mein Mann ist der mit der fleischfarbenen Badekappe.” (Wie witzig!)
Aber immer noch besser, als: “Purzel sitzt an Tisch 28!”
Für die berühmte Spielbank hatten wir zwar kostenlosen Eintritt, haben den aber nicht genutzt, weil man dort kein Golf spielen kann.
Dafür waren wir im November noch draußen schwimmen in der berühmten Ahr-Therme. Aber drinnen war eine Luft zum Abgewöhnen.
Abends sind wir dann “auswärts” essen gegangen. Es gab ein nettes Lokal mit einem französischen Namen, das “Le Mans” hieß. In deutsch also: “Lehmann’s”.
Die hatten sogar als Beilage dicke Bohnen mit Speckkojen. Lecker.
Später ging es noch in die Bar des Steigenberger, denn dort gab es einen Sektempfang für neu eingetroffene Gäste.
Was soll ich sagen, Toni?
War nicht so berauschend. Die Gästebetreuerin war nett und unverbindlich, aber warum muss die so alt sein, wie das Hotel? Morgens verkaufte sie den Gästen Zeitungen (wieso liegen die nicht in einem solchen Hause bereit, wie in jeder Kneipe?) und verbreitete ansonsten die lapidare Auskunft an alle Gäste, die Fragen hatten:
“Dafür bin ich nicht zuständig!”
Vielleicht muss man erst ein gewisses Alter erreichen, um hinter das Geheiminis Ihrer Funktion zu kommen.
Um auch im “Urlaub” ein wenig abzunehmen, gingen wir in die sogenannte Salzgrotte. Dort sollte man für 10 Euro pro Nase dreiviertelstunde in salzhaltiger Luft ruhen, was sich auch auf den Gewichtsverlust positiv bemerkbar machen sollte.
Als es vorbei war, konnte ich nicht umhin zu bemerken:
“Ich hab schon was abgenommen. Nämlich genau 20 Euro.”
Dazu nur soviel:
Man wächst auch mit mehr als fünfzig Jahren noch weiter. Leider nicht mehr in die gewünschte Richtung. (pffft)
Auch die Augen werden mit der Zeit schlechter, wie uns ein netter Mit-Gast erzählte.
Als Beifahrer eines Arbeitskollegen war er doch sehr erstaunt, als der ihm während einer Fahrt verkündete:
“Das gelbe Ortsschild da vorne kommt und kommt nicht näher!”
Was nicht weiter verwunderlich war – handelte es sich doch um einen vor ihm fahrenden Postwagen.
Nun denn, Toni, wenn Du nicht soweit fahren möchtest und lieber mal “um die Ecke” etwas Gutes für Dich machen willst, dann habe ich eine prima Adresse für Dich. Guck mal hier:

Also, Toni, die bieten Dir alles in Sachen Festsaal, Sonntags-Cafe, Hochzeitsfeiern, Geburtstagsfeiern, Firmenfeste, Betriebsfeste und und und…
Da kannsse keinen Fehler machen.
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.