Läck de Söck därr, Toni!
Es ist passiert! Püppi ist rückfällig geworden und hat sich zu einem Einkauf bei irgendeinem Verkaufssender breitschlagen lassen.
Ihre Versuche, mich vom Sinn dieses Erwerbs zu überzeugen, waren so was von vergeblich. Da konnte sie bei mir auch nicht den Funken von Verständnis erwarten oder entdecken.
Sie hatte intensiv den einlullernden Worten der Schönheitskönigin von 1913 gelauscht, die vor gefühlten hundert Jahren mal als Heidi durch die Gegend gerannt ist und zack – Griff zum Telefon und schnell bestellt – könnte ja mal vergriffen sein.
Was soll ich sagen, Toni? – Traumkissen – so nannte sich das gute Stück, mit dem mich meine Püppi überraschen wollte.
Ein paar Tage später scharrte sie schon mit den Hufen und konnte es kaum erwarten, daß ihr Paket endlich eintrifft…..und dann war es soweit.
“I have a dream…!” – große Worte eines großen Mannes, die um die Welt gingen. Bei meiner Püppi war es eigentlich genauso. Nur das in diesem Fall der Wunsch Vater des Gedankens war.
Das Traumkissen entpuppte sich als eine Art Rettungsring, also Kissen mit Loch drin, wo der Kopf dann reinplaziert wurde. Beträufelt wurde es dann mit einem “betörenden” Traumduft, der auch als Betäubungsmittel durchgegangen wäre.
Nun, Toni – als es Schlafenszeit war, drappierte Püppi Ihr Traumkissen in die richtige Position, gab einige Tropfen “Chloroform” dazu und wartete gespannt auf Ihren Traum.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, ging mein Blick natürlich als Erstes zu meiner Göttin und verharrte ehrfurchtsvoll auf diesem Anblick.
Was soll ich sagen, Toni?
Püppi lag da, beide Augen zur Decke blickend in Ihrem Traumkissen und sah damit aus, als würde sie einen Heiligenschein tragen. (Hihi)
Auf meine Frage, wie denn der Traum gewesen sei ( ich hoffte inständig, daß ich darin die Haupttrolle gespielt hatte ), gab sie mir nur die trockene aber erschöpfende Auskunft:
“Ich hab die ganze Nacht kein Auge zu gemacht und ich verstehe überhaupt nicht, wie Du bei diesem elendigen Gestank schlafen konntest.”
Tja Toni – Paket wieder gepackt und “Return to sender”, wie unser aller King Elvis bereits zu sagen pflegte.

Parkkanal (© J.Reintjes)
Wir haben noch einige Tage über die Geschichte mit dem Kissen und Püppi’s nächtlichem Hin- und Herwinden geschmunzelt und sie wäre heute wahrscheinlich bereits vergessen, wenn nicht – ja, wenn nicht…
…wir bei einem Gaststättenbesuch in Kleve ein Gespräch mitbekamen, wo es um genau das gleiche Kissen ging.
Tja, Toni, so klein ist die Welt.
Aber interessanterweise gibt es in dieser Gaststätte, wenn Dich ein Raucherlokal, Livemusik, Oldies, Clublounge, Darts, Kicker und Spaß interessieren, noch viel mehr zu erleben. Schau da mal rein:
Doch der Oberknaller kommt noch. Hier gibt es nämlich original die Gespräche und Sätze, die der Klever oder auch der Niederrheiner so gerne hört, wenn er mal richtig lachen möchte.
Auf der Theke stand noch ein halbvolles Glas Pils. Folgendes Gespräch konnten wir darufhin aufschnappen:
“Wer hört dat Bier?” Antwort aus der Ecke: “Ich!” Rückantwort:
“Dat kann nich. Ich glaub dat iss Elisabeth seins.”
Da liegste nur noch schräg inne Eckbank, Toni.
Da fehlt dann bloß noch der kleine Junge, der tränenüberschüttet zum Wirt kommt und sagt:
“Guten Tag. Ich wollte Ihnen mal fragen, ob Sie so nett gewesen wären und meinen Hund gesehen hätten.”
Das ist der Niederrhein, Toni. So sind die Menschen hier und so sprechen sie mitunter. Und das ist gut so.
Ek säch dann ma schüss, wa. Bess määrge off so.


Ibizaleuchten (© J.Reintjes)